n8n vs Make vs Zapier: Unsere Einschätzung aus der Praxis
Wenn du dich mit Automatisierung beschäftigst, wirst du früher oder später vor der Frage stehen: Welches Tool? Zapier, Make (früher Integromat) oder n8n?
Ich hab alle drei ausgiebig genutzt. Für unsere eigenen Brands und für Flowhouse-Kunden. Hier ist mein Fazit, ohne Affiliate-Links, ohne Marketing-Sprech.
Die Kurzversion
Für die Ungeduldigen:
| Tool | Am besten für | Nicht ideal für |
|---|---|---|
| Zapier | Einfache Automations, Anfänger | Komplexe Logik, Budget |
| Make | Mittlere Komplexität, visuell Denkende | Sehr komplexe Custom-Logik |
| n8n | Komplexe Workflows, volle Kontrolle | Reine No-Coder |
Aber die Realität ist komplexer. Lass mich erklären.
Zapier
Was es gut macht
- Einfachster Einstieg. Wenn du noch nie automatisiert hast, wirst du in 10 Minuten deinen ersten Workflow haben.
- Riesige Bibliothek. 5.000+ Apps. Alles was du dir vorstellen kannst, hat eine Zapier-Integration.
- Zuverlässigkeit. Die Dinger laufen. Punkt.
Was nicht so gut ist
- Teuer bei Skalierung. 20€/Monat klingen harmlos. Aber bei ernsthafter Nutzung bist du schnell bei 200-500€/Monat.
- Begrenzte Komplexität. Multi-Step Workflows mit Bedingungen werden unübersichtlich und teuer.
- Vendor Lock-in. Deine Logik steckt in Zapier. Export? Fehlanzeige.
Wann wir es nutzen
Für Kunden, die SELBST kleine Automations pflegen wollen. Simpel und schnell ist manchmal wichtiger als optimal.
Make (ex Integromat)
Was es gut macht
- Visueller Builder. Du siehst tatsächlich, was passiert. Perfekt für komplexere Logik.
- Viel günstiger als Zapier. Gleiches Setup kostet oft 70-80% weniger.
- Mächtige Datenverarbeitung. JSON, Arrays, Iteratoren, Make kann richtig mit Daten umgehen.
Was nicht so gut ist
- Steilere Lernkurve. Für Anfänger overwhelmed das schnell.
- Manchmal instabil. Wir hatten Fälle, wo Webhooks plötzlich nicht mehr ankamen.
- Fehlermeldungen kryptisch. Wenn was schiefgeht, musst du detektivisch arbeiten.
Wann wir es nutzen
Für mittelkomplexe Automations, die der Kunde selbst verstehen soll. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
n8n
Was es gut macht
- Volle Kontrolle. Self-hosted = deine Daten, deine Server, deine Regeln.
- Kostenlos (Self-Hosted). Unbegrenzte Workflows, unbegrenzte Executions.
- Custom Code. JavaScript/Python direkt im Workflow. Für uns Game-Changer.
- Transparent. Open Source. Du kannst buchstäblich sehen, was der Code macht.
Was nicht so gut ist
- Du brauchst technisches Know-how. Self-Hosting ist nicht für jeden. Ob es für dich passt, klärt unser Vergleich n8n Self-Hosting vs Cloud.
- Kleineres Ökosystem. Nicht jede App hat native Integration (aber HTTP-Requests lösen das meistens).
- Weniger polished. Die UI ist funktional, aber nicht so hübsch wie Make.
Wann wir es nutzen
Für alles, was ernst ist. Unsere eigenen Brands laufen auf n8n. Komplexe Kunden-Setups auch.
Unsere tatsächliche Nutzung
Ich zeig dir mal, wie das bei uns aussieht:
nano./mate/MUSTAX (unsere Brands):
- n8n für alles Kritische: Bestellabwicklung, Fulfillment, Lagerbestand
- Make für Marketing-Automations (Kunden dürfen selbst anpassen)
Mit genau diesem Setup managen wir 3 Brands mit 2 Leuten.
Flowhouse-Kunden:
- 70% n8n (für komplexe, zuverlässige Setups)
- 25% Make (wenn Kunden selbst pflegen wollen)
- 5% Zapier (nur bei sehr einfachen Use Cases)
Die Kosten im Vergleich
Reales Beispiel: zehn Workflows, jeweils rund 1.000 Executions im Monat.
| Tool | Kosten/Monat |
|---|---|
| Zapier | ~200-350€ |
| Make | ~50-80€ |
| n8n (Cloud) | ~20-50€ |
| n8n (Self-Hosted) | ~10€ (Server) |
Der Unterschied summiert sich. Bei uns wären das 2.000€+/Jahr Ersparnis durch n8n. Was neben den Tool-Kosten sonst noch anfällt, steht in Was Automatisierung wirklich kostet.
Was ich empfehle
Du bist Anfänger, willst schnell Ergebnisse:
→ Fang mit Zapier an. Lern die Basics. Migriere später wenn nötig.
Du hast Zeit zu lernen, achtest aufs Budget:
→ Make ist der Sweet Spot. Mächtig genug für die meisten Use Cases.
Du bist technisch affin oder hast einen Dev im Team:
→ n8n. Keine Frage. Die Kontrolle und Flexibilität sind unschlagbar. Für den Einstieg: Dein erster n8n-Workflow.
Du willst maximale Zuverlässigkeit für kritische Prozesse:
→ n8n (Self-Hosted) oder n8n Cloud mit Pro-Support.
Die Limitationen
Was alle drei NICHT können:
- Magie. Schlechte Prozesse bleiben schlecht, auch automatisiert.
- Denken. Die Tools führen aus, sie entscheiden nicht.
- Self-Healing. Wenn APIs sich ändern, musst du reagieren.
Automatisierung ersetzt keine gute Prozessarchitektur. Sie verstärkt nur, was schon da ist.
Fazit
Es gibt kein "bestes" Tool. Es gibt das richtige Tool für DEINE Situation.
Wir nutzen alle drei, je nach Kontext. Das empfehle ich auch dir: Probier sie aus (alle haben kostenlose Tiers), und entscheide basierend auf deinem Use Case.
Falls du unsicher bist, was für dein Setup Sinn macht: schreib mir auf LinkedIn, an hello@flowhouse.ai oder über das Kontaktformular. Kein Sales-Pitch, nur eine Einschätzung.